Wanderbares Ruhrgebiet – Auf Spuren des Hohe Mark Steigs

Ahoi Leute, eintauchen in die Faszination des Waldes steht auch im Jahr 2021 klar im Fokus von Ruhrpottblick. Viele neue Wandertouren stehen dabei in Verbindung mit dem Fernwanderweg – Hohe Mark Steig. Denn dieser wird im Jahr 2021 offiziell eröffnet und führt sehr abwechslungsreich durch den Naturpark Hohe Mark. Es gibt also viel zu entdecken 🙂 

Den Hohe Mark Steig mit seinen einzelnen Etappen auf 156 km entlang zu wandern ist natürlich ein sehr schönes Ziel. Doch für eine kurzweilige Auszeit nach Feierabend ist die gesamte Strecke doch etwas zu lang 😉 So eignen sich ebenfalls kürzere Rundwanderwege, die sich mit Teilstrecken des Hohe Mark Steigs sehr gut kombinieren lassen. 

Mit Blick auf unsere analoge Wanderkarte erstellten wir eine Rundwanderung von 10 Kilometern, die uns einen großen Teil auf Spuren des Hohe Mark Steigs und seiner schönen Umgebung führte. Die Markierungen des Hohe Mark Steigs, sind noch nicht finalisiert aber reichen für diesen Streckenabschnitt völlig aus und das Smartphone kann mal für ein Weilchen in der Tasche pausieren;)

Als Ausgangsort unserer Tour wählten wir den kostenlosen Parkplatz an der Schleuse Dattel-Ahsen. So wurden wir mit einer sehr schönen Wandertour mit viel Waldatmosphäre und maritimen Flair belohnt.

Maritimes Flair – Startpunkt Schleuse Datteln-Ahsen

Blick auf das Schiffshebewerk
Die Schleusenumgebung Datteln-Ahsen mussten wir uns natürlich näher anschauen

Vom Parkplatz folgten wir direkt dem auffälligen Wanderzeichen des Hohe Mark Steigs und wanderten linke Hand entlang des Kanals. Für eine Weile wurde der Wesel-Dattel Kanal zum stillen Begleiter. Aber so still war es eigentlich nicht, denn zahlreiche Möwen, Reiher, Kormorane und sogar Eisvögel sind in der Nähe des Schiffshebewerks aktiv auf Fischfang aus.

Kanalweg
Maritimer Wanderweg

Ab und an tuckerten ein paar Pötte an uns vorbei, die offensichtlich den 7,50 Meter Höhenunterschied mit Hilfe des Schiffshebewerks erfolgreich bezwingen konnten. Schön, wenn man so ein Schauspiel in direkter Nähe sich anschauen kann. Also wozu die Hektik, einfach mal innehalten und genauer beobachten.

Die Hohe Mark Steig Markierungen leiteten uns weiter entlang des Kanals und nach ca. 1,6 km gingen wir links auf einen schmalen Weg in Richtung Sportplatz Datteln-Ahsen. Natürlich fiel uns dabei die neue Sitzmöglichkeit in den Hohe Mark Farben auf. Zeit für ein kurzes Päusken 🙂

Sitzbank


Langsam wechselte das maritime Flair in eine erholsame Waldatmosphäre.


Vorbei am Sportplatz Datteln-Ahsen und weiterhin den magentafarbenen Wanderzeichen folgend, wanderten wir kurzzeitig über einen asphaltieren Weg auf ein Pferdegestüt zu. Hier folgten wir dem Wanderhinweis nach rechts und schlenderten noch ein wenig auf dem Ostlevener Weg an der Umzäunung des Gestüts entlang. Doch die nächste schon sichtbare Wandermarkierung des Hohe Mark Steigs lockte uns und wir bogen links in das wunderbare Waldgebiet der Haard ein. Dieser Verlockung konnten wir natürlich nicht widerstehen;)

Ganz nebenbei vollzog sich ein angenehmer Wetterwechsel, sodass uns die Sonne die weiteren Wanderstunden begleitete.

Eintauchen in eine faszinierende Waldatmosphäre

Waldgebiet die Haard

Die Haard ist neben der Hohe Mark das größte zusammenhängende Waldgebiet des Naturparks Hohe Mark. Ein Ankerplatz für viele wanderbegeisterte Menschen. Diese Krafttankstelle ist zum Glück ganzjährig geöffnet und lädt zur natürlichen Energieaufladung ein:)

Ach, wat herrlich. Diese grüne Vielfalt anzuschauen ist so wohltuend. Besonders das Grün der Mooswege, bietet zu den momentan etwas leichtbekleideten Bäumen einen leuchtenden Kontrast. Noch im Herbst postierten dort eine Vielzahl von Fliegenpilzen, doch diese warten erst einmal auf die nächste Saison. Was für ein wundervoller Ort der Sehnsüchte.

Auf schönen Waldpfaden taperten wir weiter. Natürlich sind zu dieser Zeit matschige Wegabschnitte unvermeidbar aber hey wer läuft schon bei dem Wetter mit weißen Sneakers durch den Wald 😉 Zwischen den hochgewachsenen Bäumen machte sich derweil ein Bussard durch seine Laute bemerkbar. Ruhe bitte!

Tipp: Einfach mal innehalten, entspannen und achtsam die Umgebung mit seinen natürlichen Geräuschen auf sich wirken lassen.

Hohe Mark Steig
Hinein in die Kraftoase

Die Haard mit den vielen verschnörkelten Pfaden, ist ein so riesiges Waldgebiet das wunderschöne und verschiedene Wandertouren ermöglicht. Nach knapp 3km auf unserem Hauptweg des Hohe Mark Steigs trafen wir auf die Wanderroute – Katenkreuz. Es handelt sich dabei um einen Rundwanderweg der ebenfalls schöne Pfade rund um das Jammertal verbindet. Den Markierungen folgend ging es rechtsfolgend auf den Wanderweg weiter und für ein paar Kilometer verbündete sich der Katenkreuzweg mit uns.

Der Specht vom Katenkreuz

Wandermarkierung
Magenta trifft auf Blau.

Der große Rundwanderweg, “Katenkreuz”, ist ca. 9km lang und startet vom Wanderparkplatz 50 in der Nähe vom Jammertal in Datteln. Natürlich hat jeder Wanderweg seine eigene Markierung und so ziert ein Specht im auffälligen Blau als Symbol die Katenkreuzroute. Und tatsächlich konnten wir die natürliche Klopfakustik einiger Buntspechte auf unserer Tour hören. Wer einen der Baumkronenklopfer sehen will, der muss allerdings Geduld und ein gutes Auge haben:)

Tipp: Wer nicht so viele Kilometer abrackern will, der kann auch die kleine Katenkreuztour von 3,3 km laufen. Der Ausgangsort ist ebenfalls der Wanderparkplatz 50 – Katenkreuz. Hier folgt ihr einfach dem Specht diesmal allerdings in Orange 🙂

Die Ahsener Teiche

Aasender Teiche

Auf teils sandigen Boden wanderten wir weiter, bis sich der Waldvorhang für eine kurze Zeit öffnete. Wir erreichten somit die offene Landschaft der einstigen Ahsener Teiche.

Die Wanderwege in der Haard sind mit vielen neuen Informationstafeln bestückt und informieren über Themen am Wegesrand. So kommen auch die einstigen großen Ahsener-Teiche ins Spiel, die mittlerweile riesigen Weideflächen gewichen sind. Was für ein Kontrastprogramm. Die Hohe Mark Steig Beschilderung führte uns auch hier sicher zur nächsten Waldkreuzung.

Wegweiser als Orientierungshilfe

Waldkreuzung
Gute Beschilderung zur Orientierung an markanten Wegen.

An der Kreuzung folgten wir den gut angebrachten Wegweisern links in Richtung Stimberg / Oer-Erkenschwick. Der breitausgebaute Weg bietet viel Platz, sodass sich Wandern, Radeln, Reiten und Walking gut miteinander vereinbaren lassen. Unsere Wanderkarte ließen wir noch im Rucksack da die Schilder des Hohe Mark Steigs uns weiterhin sehr gut leiteten. Die Wegweiser dienten insgesamt als gute Orientierungshilfe und Verknüpfungspunkte zu den weiteren Übergängen.

Pausenplatz

Die nächste Bank ließ nicht lange auf sich warten und so entschieden wir uns für eine kurze Pause.

Wir folgten weiter den Spuren des Hohe Mark Steigs und es ging für uns links in Richtung Stimberg. Wieder kamen wir an eine Infotafel vorbei und schlauten uns erst einmal etwas über den versunkenen Gernebach auf.

Dann schlängelten wir uns weiter geradeaus über eine Kreuzung hinweg und durchquerten eine beeindruckende Baumallee. Die im Frühjahr und Sommer sonst am Wegesrand gut sichtbaren Ameisenhaufen sind aktuell nicht aktiv.

Ameisenhaufen
Ein Ameisenhaufen im Winterschlaf

Die Ameisen wohnen derweil ein paar Stockwerke tiefer im Erdboden. Mehrere Meter unter dem Ameisenhaufen befinden sich die kleinen Krabbler im kollektiven Winterschlaf.

Zapfen

Tipp: Nimm Deine Walderinnerungen doch einfach mal mit nach Hause. Vielleicht findest Du ja ein Mitbringsel, wie z.B. einen Tannenzapfen, der dich an Deine schöne Tour erinnert. Diesen kannst Du mit Naturgegenständen, wie Blätter, Rinde, Tannennadeln etc. bestücken.

Wir taperten weiter bis zur nächsten Wegkreuzung. Hier trennten wir uns vom Hohe Mark Steig, der weiterhin mit seiner Wegführung in Richtung Stimberg und Oer-Erkenschwick zeigte. Doch wir hatten für uns einen Rundweg geplant, sodass wir uns vorerst vom Hohe Mark Steig verabschiedeten.

Unterwegs auf alten Pfaden

Hochstand

Wir überquerten also die Kreuzung, die uns geradeaus auf alten Wanderwegen (A1-A4) ins Dickicht führte. Denkt bitte daran, dass zur vegetativen Explosionsphase im Frühjahr die Wege etwas enger werden;) Achtung: Die Markierungen sind zum größten Teil nicht mehr vorhanden. Dennoch lohnt sich diese wunderschöne Wegführung auf alten Pfaden.

Der Trampelpfad zog uns in seinem Bann und wir kamen an mehrere Hochsitze vorbei und überquerten nach ein paar Minuten Wegführung einen Hauptweg. Wir blieben auf der klassischen Wanderstrecke und wanderten zwischen Büschen, Birken, Tannen und Kiefern, bis wir dann links auf dem Hauptweg Balkenschlenke langsam den Rückweg einschlugen.

Zurück ging es nur noch geradeaus den Hauptwaldweg entlang. Natürlich gab es auch auf dem Rückweg einiges zu sehen. So steht am Wegesrand ein Naturdenkmal, wobei es sich um einen riesigen Findling aus der Eiszeit handelt. Dieser wird auch als Opferstein bezeichnet. Auch hier liefern die ergänzenden Informationstafeln das nötige Hintergrundwissen.

Mit Sicht auf eine Schranke und vorbei am rechtsliegenden Campingplatz folgten wir weiter dem Rauten-Symbol. Der Weg Balkenschlenke geht nach einige Minuten in den Fasanenweg nahtlos über und unser letzter Wanderabschnitt wurde somit ländlicher.

Hinweis: Mögliche Abzweigung. Nach der Schranke am Campingplatz direkt links den Waldpfad entlang gehen und am Gestüt vorbei, rechtshaltend in Richtung Ahsener Sportplatz wandern. Von dort geht es wieder am Kanal entlang die 1,6 km zurück. Entdecke die Möglichkeiten!

Pferde

Vorbei an einem Pferdegestüt ging es über die Hauptstraße geradeaus auf dem Fasanenweg weiter. Das Schiffshebewerk wurde sichtbar größer und wir näherten uns unserem Ausgangsziel. Das war wieder einmal eine klasse Tour, die uns mit vielen schönen Eindrücken belohnte.

Die Strecke auf Komoot

Wanderstrecke auf Kommod

Des öfteren erreichen uns Fragen zum Streckenverlauf und ob wir die Touren nicht mal digital aufzeichnen können. Machen wir ab jetzt:) Wir fangen an die Wanderungen auf Komoot hochzuladen. Trotzdem lieben wir im Oldschool-Modus anhand einer analogen Wanderkarte unsere Touren zu wandern. Probierts doch einfach mal selber aus. Digital vs. analog ist doch sowieso nicht die Frage. Beides kann sich ergänzen, muss es aber nicht 😉

Also dann – Keep Calm and Taper On 🙂

Anfahrt Schleuse Datteln-Ahsen

  • Schleusenstraße, 45711 Datteln – Kostenlose Parkplätze
  • ÖPNV: Haltestelle-Schleuse Ahsen – Linie 288

Hinweise und Links

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Thomas Dörmann
Thomas ist Autor und Redakteur auf www.ruhrpottblick.de. Das Motto "Der Pott ist grün und bunt", steht dabei im Fokus seiner Blogbeiträge. Die Kombination von Industriekultur und Natur, sind ein wesentlicher Bestandteil seiner Berichterstattungen. Sein Buch "Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet", gibt viele Impulse für erholsame Stunden an schönen Orten im Ruhrgebiet.