Entlang der Route Industriekultur – Das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop

Ahoi Leute! Aus aktuellem Anlass sind die Pforten der LWL Museen vorerst bis zum 20. April geschlossen. Wir werden weiterhin Online-Impulse über die interessante Museumswelt im Ruhrgebiet liefern. Achtet dabei bitte auf die momentanen Vorgaben, wie zum Beispiel den notwendigen Sicherheitsabstand. Schützt euch und eure Familie und ebenso euer Umfeld.

Der Entdeckerpass 2020, diente wieder als Ruhrpott-Kompass und führte uns vor kurzem zum Schiffshebewerk Henrichenburg nach Waltrop. Der berühmte Aufzug für Schiffe, ist ein beliebter Ausflugsort der Route Industriekultur und wurde im August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Auf dem großen Museumsgelände gibt es jede Menge an historischen Schätzen zu entdecken. Die Gebäude und einige Museumsschiffe sind begehbar, wobei ein Audioguide als Wissenslotse interessante Hintergrundinformationen bereit hält.

In verschiedenen Wechsel- und Dauerausstellungen wird die Geschichte, rund um das berühmte Schiffshebewerk Henrichenburg, mit seinen vielen Ausstellungsstücken und Modellen den Besuchern, begreifbar gemacht.

Wie lebten eigentlich Familien auf den Schiffen entlang des Canale Grande? Das Museum gibt darauf eine Antwort und hält dafür eine einzige Sammlung an originaler historischer Schiffe im Museumshafen parat. Grund genug für uns, hier einmal vor Anker zu gehen und eine Reise in die Vergangenheit mit faszinierenden Geschichten entlang der Kumpel-Riviera zu erleben.

Aber auch die erst vor kurzem eröffnete Sonder-Ausstellung “Industries” von Josef Koudelka, machte uns schon sehr neugierig.

Tipp: Das Schiffshebewerk Henrichenburg ist ebenfalls ein bedeutender Ankerpunkt der Route Industriekultur und somit auch Teil des Entdeckerpass 2020

Uns führte der Weg zuerst ins sogenannte Kessel- und Maschinenhaus.

Blick in den Maschinenraum

Blick auf das Maschinenhaus
Das alte Maschinenhaus

Das gepflegte Maschinenhaus zeigt mit Hilfe von großen und kleinen Modellen, wie das Schiffshebewerk gebaut wurde und funktionierte. Der Schiffsaufzug konnte einen Höhenunterschied von 14 Metern überwinden und so ankommende Schiffe die Weiterfahrt ermöglichen. Ganz nach dem Motto Fortschritt bestimmt den Gang der Geschichte.

Interessante Kanal-Geschichten werden in dieser in der Dauerausstellung eindrucksvoll auf zwei Etagen, mit vielen Informationen und Ausstellungsstücken erzählt. Dabei laden Käpt’n Henri und Schiffjunge Jan, die Museumsmaskottchen, Kinder an verschiedenen Wissensstationen zum Mitmachen ein.

Blick in den Maschinenraum
Blick in den Maschinenraum

Es gibt wirklich einiges in dieser maritimen Atmosphäre zu sehen und sogar eine Vorführung einer Schiffsdampfmaschine findet regelmäßig statt.

Tipp: Interessante Einblicke in den Maschinenraum. Erlebt die Vorführung der Schiffsdampfmaschine – Di-Fr – fast stündlich ab 10 Uhr und Sa/So um 14 Uhr.

Nach den vielen Eindrücken im alten Maschinenhaus ging es für uns weiter zu einer weiteren Dauerausstellung, mit dem Motto “Leben an Board” auf dem Binnenschiff – Franz-Christian.

Dauerausstellung – An Board der MS Franz-Christian

Blick auf das Binnenschiff
Begehbares Museumsschiff mit Dauerausstellung

Wer sich bei seinen Spaziergängen am Kanal immer mal gefragt hat, wie das Arbeitsleben so auf einem Binnenschiff damals war, der kann sich auf dem Museumsschiff “MS Franz-Christian” sehr gut darüber informieren. Das Motorgüterschiff ist begehbar und zeigt sehr detailgetreu das Arbeitsleben einer Binnenschifferfamilie.

Der Gang über und unter Deck hatte viel Charme. Die faszinierende Gestaltung der originalgetreuen Ausstellung, vereinfachte uns ein gutes Nachempfinden über das Leben an Board. Oben an Deck konnten wir dann auch mal endlich die ganze Pottlänge ablaufen 😉

Austellungsinfo

Nach den gesammelten Eindrücken unter Deck ging es langsam in Richtung der Aussichtsplattform. Natürlich nicht, ohne einen Blick auf das berühmte Ausflugsschiff “Henrichenburg” zu werfen 🙂

Ausflugsdampfer Henrichenburg

Tipp: Macht eine Schiffstour mit dem Ausflugsschiff “Henrichenburg” direkt vom Museums-Kai.

Beste Aussichten von der Plattform

Ein Highlight ist sicherlich der Turmaufstieg der hoch zur Aussichtsplattform des historischen Bauwerks führt. Oben angekommen, erhält man einen wunderbaren Weitblick.

Ruhrpottblick
Klasse Ausblick auf und über die Stahlkonstruktion

Die begehbare Plattform des Hebewerks ist durch eine durchsichtige Brüstung abgesichert. Ihr solltet schon halbwegs schwindelfrei sein, wenn ihr da hochtapern wollt. Die Belohnung dafür ist aber ein schöner Ausblick über die Kanallandschaft.

Beeindruckende Konstruktion
Blick auf das Oberwasser
Blick auf die alte Hafenszenerie am Oberwasser

Tipp: Auf den Webseiten des Museums findet ihr interessante Hintergrundinformationen über die Entstehung der beschaulichen Stein- und Stahlkonstruktion. Zur Geschichte

Am Oberwasser – Unterwegs mit der Museums App

Mit der App unterwegs

Nach dem grandiosen Ausblick ging es hinunter zum sogenannten Oberwasser. Das ist der Teilbereich, der eine alte Hafenszenerie darstellt und jede Menge historische Schiffe vor Anker liegen hat.

Wissenswertes über die geschichtliche Vergangenheit der alten Kähne, wird via LWL App (Leider nur für Android) an verschiedenen Stationen durch ein einfaches Scannen des QR Codes vermittelt.

Dampftankschiff Phenol
Dampftankschiff Phenol

Längst hat der Rost die ausgemusterten Kähne im Griff, der allerdings viele Besucher in seinem Bann zieht. Lostplace Atmosphäre garantiert.
Tipp: Download der LWL App

Entlang des Oberwassers ging es dann in Richtung der neuen Sonderausstellung “Industries” von Josef Koudelka.

Sonderausstellung – Industries von  Josef Koudelka

Hinweisplakat

Die Ausstellung des bekannten Fotografen Josef Koudelka, zeigt beeindruckende Schwarz-Weiß Panorama-Fotografien.

Tipp: Ausführliche Informationen über den Künstler und der Sonderausstellung “Industries” findet ihr auf der Museumsseite.

Fazit – Ein Ausflugsort für die regionale Bucket-List

Wissen wird in Waltrop’s Museum sehr schön veranschaulicht. Ob in den Gebäuden oder auf dem Außengelände, es gibt immer etwas interessantes zu entdecken. Wie man es von den LWL Museen her kennt, ist auch das Waltroper Museum mit seinen faszinierenden Kanal-Geschichten rund um das berühmte Schiffshebewerk Henrichenburg, ein lohnenswertes Ausflugsziel. Ein Ort, der auf eurer regionalen Bucket-List nicht fehlen sollte.

Und wer weiß, vielleicht werden unsere Museen ja auch mehr und mehr digitalisiert und man kann einen virtuellen Rundgang unternehmen. Ein interessante Beispiel wie so etwas aussehen kann, liefert Google mit seinen Museums-Rundgängen.

Auch wenn momentan das LWL Museum in Waltrop geschlossen ist, so ist das Umfeld ebenfalls ein Ausflug wert. Denn das Schiffshebewerk ist obendrein Teil des Schleusenparks Waltrop und mit weiteren Sehenswürdigkeiten verknüpft. Weitere Hebewerke sind in unmittelbarer Nähe zu bestaunen und über die Radwege entlang des Canale Grande können weitere Ziele des Waltroper Umfelds gut erreicht werden.

Ein Ziel davon ist sicherlich das ehemalige Zechen Gelände mit der Halde Brockenscheidt. Dort thront auf dem Gipfel der Spurwerkturm und lädt zu schönen Ausblicken auf seinem Panoramadeck ein. Zudem gibt es noch eine frische Brise um die Ohren 🙂

Wir wünschen unserer Leserschaft alles Gute! Bleibt tapfer 🙂

Weitere Hinweise

HINWEIS: Wie alle LWL Museen, ist auch das Waltroper Museum bis zum 03.05.2020 geschlossen. Aktuelle Informationen zur Schließung findet ihr direkt auf den LWL Webseiten.

Anfahrt

  • LWL-Industriemuseum
    Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
    Schiffshebewerk Henrichenburg
    Am Hebewerk 26, 45731 Waltrop
  • ÖPNV:  Buslinie 231, RecklinghausenLünen-Brambauer,
    Haltestelle Kanalstraße,
    Verbindung zum VRR
  • Emscher-Park-Radweg

Öffnungszeiten

  • Dienstag–Sonntag sowie an Feiertagen 10–18 Uhr
    Letzter Einlass 17.30 Uhr Geschlossen: montags (außer an Feiertagen)

Link-Tipps

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Thomas Dörmann
Thomas ist Autor und Redakteur auf www.ruhrpottblick.de. Das Motto "Der Pott ist grün und bunt", steht dabei im Fokus seiner Blogbeiträge. Die Kombination von Industriekultur und Natur, sind ein wesentlicher Bestandteil seiner Berichterstattungen. Sein Buch "Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet", gibt viele Impulse für erholsame Stunden an schönen Orten im Ruhrgebiet.