Das Ruhrgebiet lebt und pulsiert – Ulrike Crone im InstaTalk

Auf Instagram teilen Millionen Menschen Fotos und Videos von besonderen Momenten miteinander. Oft geht es um Essen, Fashion oder Reisen. Manche setzen aber auch bewusst das Ruhrgebiet in Szene. In den kommenden Monaten, stellt Ruhrpottblick in der neuen Serie “InstaTalk” einige dieser Instagramer vor.

Ulrike Crone im InstaTalk

Das Besondere am Pott ist die Vielfalt.

Ein Interview mit Ulrike Crone aka @crownatic

Ulrike Crone mag es überhaupt nicht zu Reisen und ist immer froh, sobald auf der Autobahn das Schild „Metropole Ruhr“ auftaucht. In ihrer Heimat, dem Ruhrgebiet, kommt die 47-Jährige dafür ziemlich rum. Immer mit dabei – ihre Kamera! Damit fotografiert Ulrike alles, was ihr vor die Linse kommt: Sonnenuntergänge, Industriebranchen, Menschen, Landschaften und vieles, vieles mehr. Im InstaTalk erzählt die Hobbyfotografin mehr über ihre Leidenschaft und warum sie das Ruhrgebiet so vielfältig findet.

Ruhrpottblick: Wieso fotografierst Du so gerne?

Ulrike: Ach, eigentlich habe ich schon immer fotografiert. Seitdem ich auf Instagram bin, habe ich diese Leidenschaft aber neu entdeckt und mich weiterentwickelt. Angefangen habe ich mit dem Handy, irgendwann reichte mir das nicht mehr und ich habe mir eine Kamera gekauft. Auf der Suche nach Fotomotiven fahre ich jetzt durch das ganze Ruhrgebiet und habe es dadurch ganz neu erschlossen. Beim Fotografieren kann ich super abschalten und denke an nichts.

Was ist Dein Lieblingsmotiv?

Eigentlich fotografiere ich das, was mir gerade ins Auge fällt, gehe also in keine bestimmte Richtung und bin, wie das Ruhrgebiet, sehr vielfältig. Ich liebe es aber Spülungen und Wasser zu fotografieren. Außerdem habe ich in der Vergangenheit viele Sonnenuntergänge fotografiert. Davon habe ich mich jetzt aber etwas abgewandt und probiere viele Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Ich finde das passt einfach zum Ruhrgebiet. Mir macht es unglaublich viel Spaß mit Licht und Schatten zu spielen.

Was ist das Besondere am Pott?

Die Vielfalt! Wenn ich durch das Ruhrgebiet fahre, dann denke ich oft‚ ach hier ist ein Stück Hamburg, hier ein Stück Berlin und da vielleicht sogar ein Stück Paris. Ich glaube hier müsste sich eigentlich jeder wohlfühlen. Viele glauben ja das Ruhrgebiet ist POTThässlich. Ich empfinde das nicht so. Vielleicht liegt das daran, dass ich hier großgeworden bin. Ich verbinde mit Kokereien, Fördertürmen und Zechen Erinnerungen. Viele unserer Großväter und Väter haben dort gearbeitet. Ich finde hier hat alles eine ganz besondere Ruhrpott-Ästhetik. Diese Industriekultur gibt es so nirgendwo sonst…nur hier.

Hast Du einen Lieblingsort im Pott?

Puh, das ist schwierig. Spontan fällt mir da der Dortmunder Hafen ein. Das ist ein ganz besonderer Ort, an dem die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen. Den Duisburger Innenhafen finde ich aber auch toll. Einen richtigen Lieblingsort habe ich eigentlich nicht. Ich bin ein Zugvogel und möchte das unbekannte Ruhrgebiet entdecken. Die vielen Hotspots, wie zum Beispiel Tiger and Turtle, interessieren mich nicht so sehr. Diese großen Dinge kennt jeder. Mich zieht es zu anderen Orten.

Wieso möchtest Du das Ruhrgebiet mit anderen teilen?

Als ich angefangen habe, Bilder vom Ruhrpott mit anderen zu teilen, da gab es nur zwei bis drei weitere ‘Pottfotografen’. Auf Instagram zeige ich das Ruhrgebiet, wie ich es sehe, aus meiner Sichtweise. Über Fotos kann man manchmal viel mehr ausdrücken. Heute wie damals möchte ich den Menschen da draußen zeigen, wie vielfältig der Pott sein kann…, dass er lebt und pulsiert. Und vielleicht will ich auch ein bisschen im Heimatgefühl schwelgen.

Wie bist Du auf Instagram gekommen?

Im Internet bin ich ganz einfach immer wieder auf Instagram aufmerksam geworden und dann habe ich mich irgendwann einfach angemeldet. Und dann dachte ich mir‚, wenn ich es jetzt schon habe, dann kann ich auch was posten‘. So fing es also an.

Und wie ist Dein Instagram-Name entstanden? Was bedeutet er?

Ich habe bestimmt ein oder zwei Wochen überlegt, bis ich den richtigen gefunden habe. Der Name, mit dem ich mich eigentlich anmelden wollte, war schon vergeben. Also habe ich mir was Neues überlegt und bin schließlich auf den Namen ‚Crownatic‘ gekommen. Das ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern ‚crown‘ also Krone – was eine Anspielung auf meinen Nachnamen ist- und dem englischen Wort ‚lunatic‘, weil ich ein bisschen verrückt und bekloppt bin. Das sind wir ja alle ein wenig. Der Name kommt so gut an, dass ich oft auch im wirklichen Leben nur noch so genannt werde.

Hast Du Hashtags, die Du besonders gerne benutzt?

Ich habe das Hashtag #naturderuhr ins Leben gerufen. Unter dem Hashtag poste ich dann oft Naturaufnahmen oder Fotos, die den Kontrast zwischen Natur und Industrie zeigen. Außerdem benutze ich noch das Hashtag #ig_rebell. Manchmal denke ich halt ‚,wenn ich da jetzt die Treppe hochgehen könnte, dann könntest du das perfekte Bild machen‘. Die so oder so ähnlich entstandenen Bilder sammle ich dann unter diesem Hashtag.

Vervollständige diesen Satz: Der Pott ist…

…eine tolle Region um leckere Gerichte, wie zum Beispiel unsere berühmte Currywurst, zu schmausen, tolle Lokale und Orte kennenzulernen und sich einfach mal treiben zu lassen. Der Pott ist bunt, multikulti vom allerfeinsten und vielfältig. Ich glaube hier kommt man auch ohne Reiseführer zurecht und kann ohne Langeweile immer etwas Neues entdecken.

Vielen Dank Ulrike für das interessante Interview.
Besucht Ulrike doch mal auf Instagram @crownatic

Ihr möchtet auch mal im Ruhrpottblick-Instatalk über eure Instagram-Leidenschaft plaudern? Dann lasst mal was hören und schickt uns eine E-MAIL an info@ruhrpottblick.de

Werft einen Blick auf die bisherigen Interviews der Serie InstaTalk.

Maria Leidinger
Maria ist Autorin auf www.ruhrpottblick.de. Sie studiert Journalistik an der Technischen Universität in Dortmund. Als freie Journalistin schreibt sie unter anderem für Zeitungen. In ihrer Freizeit reist sie durch die ganze Welt, kommt aber immer wieder gerne in ihre Heimat - den Ruhrpott - zurück.