Wandern auf dem Hohe Mark Steig – 1.Etappe in Wesel – Vom Auesee zur Bärenschleuse

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Ahoi Leute, erst kürzlich wurde der Fernwanderweg Hohe Mark Steig offiziell eröffnet. Zwischen Olfen und Wesel geht es auf 150 Kilometern quer durch den Naturpark Hohe Mark. Dabei erwartet euch eine ordentliche Portion an Natur und Kultur. Wunderschöne Wald- und Wasserwege und offene Landschaften laden auf sechs Etappen zu einer beeindruckenden Entschleunigungstour für Körper und Geist ein. Sicherlich auch eine organisatorische Herausforderung für die Projektbeteiligten der RVR.Ruhr und dem Naturpark Hohe Mark Team. Die direkte Wanderverbindung zwischen Niederrhein, Ruhrgebiet und Münsterland ist sehr gut gelungen.Klasse gemacht! Ein vielfältiges Wandererlebnis ist so entstanden, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten und unsere erste Etappe in Wesel noch kurz vor der offiziellen Eröffnung starteten:)

Schöne Glücksmomente und viele tolle Highlights, wie der Auesse, die Rheinwiesen, der Moorerlebnisweg und die Hirschkäferroute, sowie weitere Naturperlen lagen vor uns. Als abschließendes Etappenziel erwartete uns die historische Bärenschleuse aus dem 17. Jahrhundert. Unsere Wanderung auf dem Hohe Mark Steig ging somit bei bestem Wetter vom Parkplatz am Auesee in Wesel los. Getrost konnten wir unsere Wanderkarte und den digitalen Wandernavi wieder einpacken, denn die auffälligen Wandermarkierungen im Farbton Magenta lotsten uns die gesamte Strecke souverän bis zum Zielpunkt. Ein entspannter Pluspunkt für die Wanderseele 🙂

Startpunkt – Naherholungsgebiet Auesee in Wesel

Auesee in Wesel

Der Auesee ist Wesels Schmuckstück und ebenfalls beliebtes Naherholungsgebiet für viele Freizeitaktivisten. Eine herrliche Atmosphäre und toller Auftakt für unsere 1.Etappe auf dem Hohe Mark Steig.

Ein 6 km langer Rundweg bietet ebenfalls eine gute Gelegenheit die Seele ein wenig in der maritimen Umgebung baumeln zulassen. Zahlreiche Vogelarten, wie Enten, Blessrallen, Seetaucher, Ohrentaucher, Prachttaucher, Möwen haben mittlerweile in dem 1980 durch Kiesaushebungen entstandenen See ihre Heimat gefunden. Das riesige Naturparadies bietet für Mensch und Tier viel Raum und ist über 165 Hektar groß.

Ein schöner Gedanke den Tag bis zum Sonnenuntergang hier zu verweilen 🙂 Aber nix da, unsere Wandertour hatte noch so einige Highlights für uns auf Lager. Motiviert und mit weitem Blick über das glasklare Wasser, des wohl größten Baggersees in NRW, taperten wir entlang der offenen Uferzonen weiter.

Wanderschild Hohe Mark Steig

Und dann dieser Kontrast. Auf der einen Seite das blaue Idyll und auf der anderen Seite der Deich im satten Grün. Und mittendurch führt der Hohe Mark Steig. Klasse! Für uns ging es deichaufwärts und mit jedem Schritt bot sich ein beeindruckendes Panorama. Was für ein Weitblick. Das offene Landschaftsbild der Rheinwiesen sorgt natürlich für eine beeindruckende Kulisse. Reiher, Wildgänse und Schafe beobachteten wir bei der natürlichen Landschaftspflege. Vom Deichweg ging es durch Wesels Stadteil-Flüren und weiter auf der Lindenberg Straße.

Wer mag, der kann einen Abstecher zum Diersfordter Schloss unternehmen. Wir hatten ja noch ein paar Kilometer vor uns, sodass wir eine Besichtigung der Schlossanlage ausließen. Waldwärts folgten wir weiterhin den Spuren des Hohe Mark Steigs und ließen einmal mehr unsere Seele in Begleitung eines stimmungsvollen Vogelkonzerts baumeln. Man könnte auch sagen, wir sammelten weitere Glücksmomente 🙂

Hinweis – Parkplatz Auesee: Auedamm – 46487 Wesel – Parkgebühren: 10 € Euro Tagesticket
Informationen über den Auesee auf den Seiten von Wesel-Tourismus.
Informationen – Abstecher zum Schloss Diersfordt

Diersfordter Wald – Moorerlebnisweg und Hirschkäferroute

Ein weiteres und uns bereits gut bekanntes Wanderhighlight stand auf unserem Wanderprogramm. Der Diersfordter Wald, ein vielseitiges Naturerlebnis im Naturpark Hohe Mark. Nach ca.6 km erreichten wir das Wildgatter am Eingang Süd, das uns einen wunderbaren Streckenverlauf mit wunderschönen Naturpfaden eröffnete.

Das gut ausgebaute Wegenetz mit den Wanderzeichen – Frosch und Hirschkäfer – verbindet zwei kleine Rundwege, wie den Moorerlebnisweg der durch die Dünenlandschaft “Große Venn” führt und die Hirschkäferroute miteinander. Die fliegenden Hirsche lassen sich allerdings erst im Juni/Juli in der Abenddämmerung blicken. Auch Wild, wie Rehe und Wildschweine können mit etwas Glück von weitem beobachtet werden. Dazu bedarf es aber vieeeel Geduld und den richtigen Zeitpunkt.

Die Hohe Mark Steig Schilder leiteten uns durch das schöne Gebiet durchs Heidemoor – Großes Venn. Natürlich ist dabei der Holzbohlenweg ein aussergewöhnliches Erlebnis. Dieser führte uns knapp 500 Meter durch die beeindruckende Moorlandschaft bis es dann wieder auf sandigen Pfaden durch die Dünenlandschaft ging. Einfach nur Wanderful 😉

Am Eingang Nord angekommen, verließen wir das beliebte Ausflugsziel, das ebenfalls zum Naturpark Hohe Mark zählt. Doch die Wandertour entlang des Hohe Mark Steigs war mit seinen Highlights damit noch lange nicht fertig. Und so wanderten wir durch eine offene Landschaft in Richtung “Schwarzes Wasser” weiter.

Hinweis Parkplatz Diersfordter Wald – Hirschkäferroute und Moorerlebnisweg:
Ecke Emmericher Straße / Bislicher Wald – 46487 Wesel – Kostenlose Parkplätze am Eingang Süd.
Blogbeitrag: Viele weitere Infos über die Hirschkäferroute und Moorerlebnisweg
Das faszinierende Naturerlebnis bereichert auch das Buch “Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet“.

Schwarzes Wasser – Ältestes Naturschutzgebiet in Wesel

Schwarzes Wasser

Nach 15 Kilometer erreichten wir das älteste Naturschutzgebiet in Wesel – Das schwarze Wasser. Dieser 100 Hektar große Weiher zählt mittlerweile zum Naturschutzgebiet Diersfordter Wald und eröffnet Einblicke in einen vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Der Bereich um das Wasser ist umzäunt und von einer Aussichtsdüne gut einsehbar. Über zahlreiche Informationstafeln erhalten wir interessante Auskünfte über diesen Naturort.

Die interessanteste Frage für uns war natürlich, wie es zur Namensgebung – Schwarzes Wasser- kam. Ein Hinweisschild klärte uns auf: “Im Laufe der Jahrtausende hat sich im Gewässer und am Ufer eine typische Heide-Moor-Pflanzenwelt, teilweise auf einer Torfschicht, entwickelt. Die aus dem Torf ausgewaschenen Stoffe sind Ursache für die braunschwarze Färbung des Wassers.”

Auf sandigen Pfaden und schmalen Wegen zwischen hohen Kiefern, kann der See entspannt innerhalb von 2,3 km umrundet werden. Wir waren für den Tag Streckenläufer und so ging es auf den Pfaden des Steigs weiter, doch nicht ohne vorher mal eine ausgiebige Pause auf einer der pinkfarbenen Bänke zu machen 🙂

Schild Bärenschleuse

Wir wanderten auf dem Steig weiter und freuten uns zum Abschluss auf einen 2,5 Kilometer langen Wasserweg. Denn der Pfad entlang der Issel, ein 81,5 km langer Fluss, begleitete uns von nun an bis zur Bärenschleuse. Was für ein idyllischer Streckenabschnitt und zugleich weiterer Balsam für unsere Wanderseelen 🙂

Ankunft Bärenschleuse – Etappenziel erreicht

Nach etwas über 24 km hatten wir unser 1.Etappenziel, die Bärenschleuse als i-Tüpfelchen unserer Wanderung, erreicht. Ein idyllisches Ziel, das wir aufgrund unserer fahrtechnischen Organisation schon morgens gesehen hatten und es zum Abschluss aber richtig genießen konnten. Bei der Bärenschleuse, die das Wasser der Issel aufstaut, geht es allerdings nicht um Bären, sondern das historische Bauwerk aus dem 17.Jahrhundert mit viel Charme diente früher als Barriere. Und wie erholsam das Geplätscher des Wassers an der Schleuse doch war. Wir hatten eigentlich das Ende vom Anfang erreicht, denn die Bärenschleuse ist auch gleichzeitig Startpunkt der 2.Etappe in Richtung Altschermbeck 🙂

Daumen hoch und lohnenswerte Pluspunkte für die 1.Etappe auf dem Hohe Mark Steig. Schöne Landschaften, eine durchgängige Wegehinweise und viele Highlights, sorgen für eine erholsame Auszeit vom üblichen Alltagsstress. So kann es ruhig weiter gehen. Wer mag kann um den Hohe Mark Steig schöne Rundwanderungen planen oder auch einzelne Highlights besuchen. Natürlich berichten wir weiterhin über unserer Wanderungen und zeichnen die Strecken für euch auf.

Die Hohe Mark Steig Wanderung auf Komoot

Anfahrt Parkplatz Auesee und Bärenschleuse

Kostenpflichtige Parkplätze Auesee: Auedamm – 46487 Wesel
Kostenfreie Parkplätze Bärenschleuse: Wurmflakstraße, 46485 Wesel
ÖPNV: Ist eine Herausforderung besonders bei der Streckenlaufplanung

Links & Hinweise

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Thomas Dörmann
Thomas ist Autor und Redakteur auf www.ruhrpottblick.de. Das Motto "Der Pott ist grün und bunt", steht dabei im Fokus seiner Blogbeiträge. Die Kombination von Industriekultur und Natur, sind ein wesentlicher Bestandteil seiner Berichterstattungen. Sein Buch "Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet", gibt viele Impulse für erholsame Stunden an schönen Orten im Ruhrgebiet.