Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets – Sascha Barchet von Pott.einander im Instatalk

Auf Instagram teilen Millionen Menschen Fotos und Videos von besonderen Momenten miteinander. Oft geht es um Essen, Fashion oder Reisen. Manche setzen aber auch bewusst das Ruhrgebiet in Szene. In den kommenden Monaten, stellt Ruhrpottblick in der neuen Serie “Instatalk” einige dieser Instagramer vor.

Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets.

Ein Interview mit Sascha Barchet

Wenn Sascha Barchet (40) nicht gerade als Intensivpfleger arbeitet, dann ist er im ganzen Ruhrgebiet unterwegs. Der Wahl-Essener teilt in den Sozialen Medien und auf seinem “Heimatblog” “POTT.einander”, unter anderem Freizeit- und Ausflugsziele sowie Veranstaltungstipps. Alle natürlich aus dem Ruhrgebiet und “für das Revier”.

Ruhrpottblick: Was fasziniert Dich am Ruhrgebiet?

Sascha: Die gigantische Städtelandschaft! Zwischen den Städten im Ruhrpott gibt es einen fließenden Übergang, praktisch eine Grenzenlosigkeit. Außerdem ist es hier trotzdem saumäßig grün. Und diese ganzen Kontraste, die faszinieren mich. Also, dass man kilometerlang durch Wald und Furt laufen kann oder aber durch ein großes Industriegebiet. Es ist wirklich schade, dass der Pott so negativ belastet ist. Das ist ein Klischee. Es gibt auch sehr schöne Seiten hier!

Wieso möchtest Du das Ruhrgebiet mit anderen teilen?

Ich identifiziere mich mit dem Ruhrgebiet. Mit den Menschen, mit der Region und mit der Lebensweise. Ich glaube, wir müssen uns nicht verstecken. Die Medien berichten eher negativ über den Ruhrpott. Früher war unsere Region sehr bedeutend, dann wurden wir fallen gelassen. Bei uns gibt es zwar auch Touristen, aber mit Hamburg oder so können wir uns nicht messen. Das finde ich traurig, denn das Ruhrgebiet hat auch viel zu bieten. Hier trafen schon immer ganz unterschiedliche Kulturen aufeinander und damals wie heute sind alle “Kumpel”. Und das versuche ich durch meine Beiträge zu zeigen. Natürlich kann man nicht alles “schön-posten”, aber bei uns gibt es auch so schon genug Sehenswertes. Ich möchte die Identifikation mit dem Ruhrgebiet durch meinen “Heimatblog” fördern. Auch wenn ich mir lange Gedanken wegen des Begriffs “Heimat” gemacht habe. Letztendlich bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass wir stolz auf unsere Region sein dürfen.

Warum bist du auf Instagram?

Ich bin eigentlich seit es Instagram gibt aus Neugierde dabei. Ich habe also die ganze Entwicklung von Instagram mitbekommen. Aber nicht nur Instagram hat sich verändert. POTT.einander ist gar nicht mein erster Account — sondern mein dritter. Ich habe immer wieder verschiedenes ausprobiert. Seit ungefähr einem Jahr betreibe ich jetzt ernsthaft POTT.einander. Ich finde Bilder transportieren manchmal mehr als Worte. Außerdem finde ich es gut, dass man seine Begeisterung so schnell und einfach mit anderen teilen kann. Insta-Stories sind aber eher nicht so meins. Das ist mir einfach zu schnell. Ich bin kein Fan davon.

Wie bist du auf Deinen Instagram-Namen gekommen?

Der Name sollte auf jeden Fall einen Bezug zum Ruhrgebiet haben. Ich wusste aber noch nicht so recht, wo es thematisch hingehen sollte. Ich wollte mir noch Freiraum lassen. Ich wusste nur: Es soll einen Blog füreinander und miteinander werden. Und da ich ein Fan von Wortspielen bin, kam mir dann die Idee: POTT.einander. Und der Name ist es dann geworden.

Welche Hashtags favorisierst Du?

Hashtags sind für mich eine eigene Kunst. Einen richtigen Lieblings-Hashtag habe ich glaube ich nicht. Ich benutze natürlich meinen eigenen Hashtag #potteinander. Ansonsten vielleicht noch #heimatlieberuhrpott oder #metropoleruhr. Meistens sollten sie natürlich einen Bezug zum Ruhrgebiet haben, aber es kommt auch stark auf den Kontext an. Mit meinem Vater und mit meinem Sohn, bin ich einmal den Ruhrtal-Radweg gefahren. Das war für mich etwas ganz besonderes. Das Ganze habe ich mit Instagram begleitet und deshalb – mit etwas Humor – den Hashtag #mehrgenerationengenussradelradtour erfunden.

Welche Motive fotografierst du am liebsten?

Puh, das ist schwierig. Natürlich habe ich irgendwo einen Zechen-Fetisch…Aber die Natur fasziniert mich genauso. Ich kann auch durch den Grugapark laufen und 1000 Dahlien fotografieren. Am liebsten fotografiere ich natürlich Dinge, mit Bezug zum Ruhrpott und mit Wiedererkennungswert. Es kommt also ganz darauf an, wo ich gerade bin.

Hast du einen Lieblingsort im Pott?

Ja, total! Seit Jahren sogar! Seit ich einen Führerschein habe, hat es mich immer wieder in den Landschaftspark Duisburg-Nord verschlagen. Es fasziniert mich heute immer noch, dass man was Stillgelegtes erkunden kann und sieht, wie die Natur sich alles zurückholt.

Vervollständige bitte folgenden Satz: Der Pott ist…

…Zuhause! Weil ich mich hier geborgen fühle und mir die Menschen gut tun. Ich brauche die Zwischenmenschlichkeit. Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets.

Vielen Dank Sascha für das interessante Interview in unserer neuen Serie “Instatalk

Besucht Sascha doch mal auf Instagram @potteinander
Oder auf www.potteinander.de

Ihr möchtet auch mal im Ruhrpottblick-Instatalk über eure Instagram-Leidenschaft plaudern? Dann lasst mal was hören und schickt uns eine E-MAIL an info@ruhrpottblick.de

Maria Leidinger
Maria ist Autorin auf www.ruhrpottblick.de. Sie studiert Journalistik an der Technischen Universität in Dortmund. Als freie Journalistin schreibt sie unter anderem für Zeitungen. In ihrer Freizeit reist sie durch die ganze Welt, kommt aber immer wieder gerne in ihre Heimat - den Ruhrpott - zurück.