Ruhrpottblick

Wandern im Ruhrgebiet – Die Baldeneysteig Tour in Essen

Gemäß dem Sprichwort “Alle guten Dinge sind drei”, war es wieder Zeit die Ruhrpottblick Flagge zu hissen und die Tour am Baldeneysteig zu entern. Nachdem wir schon kurze Teilstrecken im letzten Jahr kennenlernten, stand diesmal die gesamte Strecke von 26,7 Kilometern auf unserem Plan. Neben unserem Ruhrpottmix an Teilnehmern, verstärkte noch Thorsten aus Hamburg unsere Runde 🙂

Gute Laune und sonniges Wanderwetter, waren für uns beste Voraussetzungen, um die schöne Tour de Ruhr, in gewohnter Ruhrpottblick Manier anzugehen. Letztlich haben wir sogar noch ein paar Bonuskilometer (mehr oder weniger gewollt..) zusätzlich gemacht und die Strecke in 30 Kilometer gemeistert 🙂

Die schöne Baldeneysteig Tour, geprägt vom maritimen Flair rund um den Baldeneysee, hat sehr viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Diese Wanderung ist für Freunde der Industrienatur- und kultur ebenfalls ein richtiger Volltreffer.

Für uns ging es durch üppig bewachsene Naturschutzgebiete, vorbei an Zechendenkmälern und entlang ruhiger Wege, die uns oft am Wasser vorbeiführten. Wundervolle Ausblicke ins Ruhrtal belohnten uns, für den zum Teil anstregenden Pfad, in den steilen Höhen des Baldeneysteig.  Einige dieser Etappen werden in diesem Beitrag beschrieben.

Wanderkarte

Tipp: Die Wanderkarte ist auch als kostenloser PDF Download erhältlich

Die Hauptroute hatte sportliche Höhenunterschiede und so manche Steigerung diente in Punkto straffe Waden, als körperliches Fitnessprogramm 😉 Dafür wurden wir mit genialen Aussichten und vielen schöne Momenten in der Natur, direkt belohnt. Zum Abschluss unserer Tour, erhielten wir sogar noch einen tiefen Einblick in das Handwerkszeug eines Bienenzüchters. Wat will man da eigentlich noch mehr 🙂

Start und Ziel – Essen Kupferdreh

Start- und Zielpunkt für unsere Tour, war der Parkplatz am Hespertalbahnmuseum in Essen-Kupferdreh. Zur Orientierung nutzten wir wieder die Karte der Stadt Essen und folgten den kleinen Sticker-Markierungen. Bei den Wegweisern gibt es sicherlich noch Verbesserungspotenzial! Aber hey, etwas Abenteuerlaune sollte man schon mitbringen 🙂

Los ging es direkt über die alte Eisenbahnbrücke in Richtung Vogelschutzgebiet: Heisinger Bogen, entlang des nördlichen Ufers. Insbesondere in den Morgenstunden, konnten wir in Ruhe die bunte Zwitscherbande im Naturparadies beobachten.

Das Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen

Längst hat sich die Natur im Vogelschutzgebiet weitestgehend ihr Territorium zurück erobert und bietet einer bunten Vogelwelt einen anschaulichen Rückzugsort. Als ausgewiesener “Grüner Glücksort im Ruhrgebiet“, ist das Vogelparadies direkt an der Ruhr ein beliebtes Ausflugsziel für Naturfreunde. Ein schöner Weg führt durch die dicht bewachsene Schatzinsel und öffnet an manchen Stellen des Ufers Sichtbereiche, die ein Beobachten, der geschützten Vogelvielfalt ermöglicht. Eine große Kormorankolonie, kümmerte sich um ihren hungrigen Nachwuchs und ließ sich auch von unserer Neugier nicht aus der Ruhe bringen.

Noch bewusst langsam, gingen wir in Richtung Zeche Carl Funke weiter und wurden noch ein Stück weit von Graureihern, Eiderenten, Kormoranen und Haubentauchern begleitet.
Tipp:  Der Parkplatz an der Zeche Carl Funke, bietet sich ebenfalls als guter Ausgangspunkt an.

Steiles Waldgebiet mit prächtigen Aussichten

Fernab der Ruhrufers, zeichnet sich die Nordseite des BaldeneySteig durch steile Hänge und schmale Wege aus. So ging es auch für uns, nach ein paar geschmeidigen Wanderkilometern, entlang des Ufers in das steile Waldgebiet.

Ein festes Schuhwerk machte sich spätestens, bei den überwiegend unebenen Wegen gut bezahlt. Die Steigungen hatten es teilweise in sich und forderten Füße und Waden heraus. Aber dafür erhielten wir jedesmal an den Aussichtspunkten eine wunderbare Weitsicht.

Kurz gesagt, ein töffte Ruhrpottblick gab es als Belohnung 🙂

Ruhrpottblick

Nachdem wir uns einige Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Ruine Neu-Isenburg, genauer anschauten und an diversen Gastronomie Gelegenheiten vorbeikamen, setzten wir unsere Wanderung in Richtung Villa Hügel fort. Allerdings umwanderten wir das größte Einfamilienhaus des Ruhrgebiets und hielten uns weiterhin an die ausgewiesene Hauptroute der Wanderkarte.

Hinweis: Natürlich ist der Besuch der Villa Hügel ein absolutes Highlight, aber im Rahmen unserer Wanderung hätte das zeitlich den Rahmen gesprengt. Folgende Bilder sind auf der Strecke von der Isenburg und um das großzügige Gelände der Villa Hügel, bis zum Wildgatter Essen dabei entstanden.

Isenburg Ruine

Tipp: Wenn ihr vorhabt die Villa Hügel zu besuchen, dann nutzt die Gelegenheit und schaut euch neben dem Museum, auch das Spatzenhaus der Krupp Kinder im Hügelpark mal an. Parkplätze gibt es dort direkt auf dem Gelände. Der Eintrit ist kostenpflichtig, aber sehr lohnenswert.

Päusken mit Blick auf den Stausee

Blick auf den Stausee

Wat für’n herrliches Plätzken für ein Päusken 🙂

Den nördlichen Teil hatten wir fast geschafft und unser nächstes Etappen-Ziel war in greifbarer Nähe, der Stauwehr Essen-Werden. Also Zeit für eine Pause. Dann hieß es die Rucksäcke ablegen und gemeinschaftlich in der Natur zu buttern 🙂

Unterwegs als Selbstversorger, ist man auf so einer Strecke wunderbar flexibel und kann sich ein gemütliches Fleckchen im Grünen aussuchen. Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit für weitere Fotos.

Blick auf den Stausee

Stausee, Schiffe und ein Fischaufzug

Wir zogen in Richtung des südlichen Ufers weiter und überquerten den beeindruckenden Wehr des Baldeneysees, der der größte von sechs Ruhrstauseen ist. Die Wasseraktivitäten auf dem Baldeneysee hatten sich im Laufe des Tages deutlich erhöht und wir konnten viele Wassersportler, sowie die Ausflugsschiffe der Weissen Flotte beobachten.

Das neue Highlight am Wehr ist ein Fischaufzug, ja genau ein Fischlift, mit der Aufgabe den Fischen über eine künstliche Strömung, ein Flussaufwärts schwimmen zu simulieren. Die Fischschleuse wird Video überwacht, damit auch genug Reisende auf einmal durchgeschleust werden. Weitere Infos gibt es direkt vor Ort oder auf der Webseite vom Ruhrverband.

Aufzug für Fische

Weit über die Hälfte der Strecke lag hinter uns und nach einer kurzen Pause bei Haus Scheppen (Ein Bikertreff), ging es mit Blick in Richtung Fischlakender Höfe (Bäuerliche Kulturlandschaft) weiter. Im Vergleich zur Nordseite und den anstrengenden Wegen in den Steilhängen, fiel uns das Laufen an der südlichen Wasserseite doch um einiges leichter. Doch die Hauptroute auf den letzten Kilometern, versprach uns weiterhin noch ein paar Anforderungen, sowie ein besonderes Erlebnis. Und zwar der Besuch beim Bienenzüchter vom LUX-Kotten, mit dem Charme einer Folge von “Der Sendung mit der Maus” 🙂

Honig vom LUX-Kotten


Nicht weit vom Ruhrufer entfernt, erwartete uns dann unser besonderes Highlight! Schon der Anblick des idyllisch liegenden “Lux-Kotten”, glich einer Seite aus einem Bilderbuch. Da konnten wir nicht mal so eben vorbeigehen und weiter wandern! Nein, dafür sah alles viel zu interessant aus. Als wir uns den alten und gerade restaurierten Benz anschauten, da kam auch schon der Besitzer vom Lux-Kotten, Herr Dohle und bot uns den gerade entnommenen Bienenhonig zum probieren an. Einfach nur Leckaaa 🙂

So kamen wir ins Gespräch und erhielten direkt eine Demonstration eines Bienenzüchters, der sein Handwerk bestens versteht. Obendrein war es ein Mitmachprogramm, wir durften sogar die Honigwaben für den Qualitätscheck umsetzen. Dabei kamen wir selber aus dem Staunen nicht heraus, wie friedlich die zigtausend Bienen um uns herumschwirrten. Das nenne ich mal ein echtes WOW Erlebnis!

Bienenzucht Lux-Kotten

Naturfotograf Micha macht den Qualitätscheck

Nochmal ein dickes Dankeschön für diesen schönen Moment und den faszinierenden Blick hinter den Kulissen!
Tipp: Leckeren Honig vor Ort kaufen und sich über die Bienenzucht informieren. Zukünftig wird der Lux-Kotten auch kleine Touren oder Events in der Umgebung mit Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Das war noch mal ein richtiger Pusch für die letzten Kilometer in Richtung Ausgangspunkt. Mit wissenswertes über die Bienenzucht und frischem Elan, ging es entlang der markierten Hauptroute durch ein weiteres Waldgebiet, bis wir dann an unserem Zielpunkt in Essen Kupferdreh wieder ankamen.

Wandern im Ruhrgebiet – Auf jeden Fall

Der Baldeneysteig ist ein lohnenswertes Wandergebiet mit vielen, vielen grünen und bunten Facetten. Natürlich sind die knapp 27 Kilometer nicht von Pappe und man sollte auch zeitliche Prioritäten, für diverse Sehenswürdigkeiten die auf dieser Tour liegen einplanen. Wem die 27 km zu viel auf einmal sind, der kann die Strecke auch gut in kleineren Etappen mit interessanten Ausflugszielen kombinieren. Schaut euch einfach mal dazu folgende Blogbeiträge an:

Als kleiner Makel, sind die kleinen Hinweissticker zu nennen, die nicht immer glücklich angebracht worden sind und teilweise auch fehlen. Letztlich ist die wundervolle Gegend rund um den Baldeneysee eine Top Adresse in Sachen Wander- und Naherholungsgebiet. Ob kleine oder größere Touren, ob zu Wasser oder über die Schienen mit der Hesperltalbahn, hier kommt jeder Erholungsbedürftige auf seine Kosten.

Eine grundlegende Voraussetzung muss allerdings erfüllt werden, ihr müsst runter vonne Couch 😉

Weitere Hinweise

Anfahrt

  • Essen-Kupferdreh
    Prinz-Friedrich-Platz 1
    45227 Essen
    Der Parkplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hespertalbahn Museums
  • Die ÖPNV Möglichkeiten und Zeiten sind besser den aktuellen Information der Stadt Essen zu entnehmen [Hier] 

Je nach Tourauswahl und Startpunkt, gibt es verschiedene Parkplatzmöglichkeiten. Zum Beispiel: Zeche Carl Funke, Haus Scheppen, Stauwehr Essen-Werden

Tipps

P.S. TIPP

Schaut Euch mal die Bloggerliste auf ruhrBlogs an. Ein klasse Portal der Bloggerlandschaft im Ruhrgebiet – ruhrBlogs

 

 

8 Kommentare zu “Wandern im Ruhrgebiet – Die Baldeneysteig Tour in Essen

  1. Finn N

    Hallo 🙂 Ein sehr netter Einblick in die Tour. Ich bin im Juli auf einer längeren Tour Richtung Gardasee mit dem Fahrrad unterwegs, und muss hier durch den Ruhrpott durch. Bin gerade dabei ein paar Spots zu suchen um den Weg ein bisschen interessanter machen. Ich glaube ich habe da gerade was gefunden 😛 Auf dem Bike sind es zwar NUR 30 km, aber es es geht ja um das was man sieht und erlebt stimmts?

    In dem Sinne, freudige Tage noch im Sommer, und Beste Grüße von der Holländischen Grenze,
    Euer Finn

    1. Thomas Dörmann Autor des Beitrags

      Hallo Finn, freut mich, wenn Dir der Einblick ein paar Impulse bieten konnte 🙂 Hört sich ja nach einer sehr abwechslungsreichen Tour an, die Du da vor hast. Schreibst Du auch darüber? Ansonsten gibt es natürlich zahlreiche Spots bei uns im Pott, die Du vielleicht ja auch noch in Deiner Tour einbauen kannst. Im Buch Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet sind noch viele weitere Orte benannt, die man auch gut entlang bekannter Radstrecken (wie z.B.Römerroute oder Emscherschnellweg) erreichen kann. Ist vielleicht eine Lektüre für Dich 🙂 Dann mal viel Spaß bei Deiner Tour und beste Grüße an die holländische Grenze. Thomas

      1. Finn N

        Hi Thomas,
        Ich nutze eig die Koomio für neue Routen und Touren. Kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Die Bücher liegen alle bei mir zuhause irgendwann nur noch rum ^^ So habe ich alles auf dem Smartphone 🙂

        Beste Grüße,
        Finn

        1. Thomas Dörmann Autor des Beitrags

          Hi Finn, danke für den Tipp, werde ich mir mal bei Gelegenheit anschauen. Dennoch werde ich immer auf Bücher zurückgreifen, denn durch das Schmökern interessanter Werke erhalte ich immer noch die besten Impulse. Vielleicht in dem Sinne etwas Oldschool und die Regale füllen sich immer noch, aber wat mut dat mut 😉 LG Thomas

  2. Jan

    Bin vor kurzem erst in den Pott gezogen und habe mal nach einem Ausflugsziel fürs Wochenende gesucht und jetzt weiß ich was ich machen werde, wenn auch nicht die ganzen gut 30 Kilometer 😀
    Vielen Dank für den tollen Beitrag und die schönen Fotos.

    1. Thomas Dörmann Autor des Beitrags

      Hallo Jan, willkommen im Pott und es freut mich immer, wenn ich mit meinem Blog Impulse liefern kann. Natürlich gibt es auch kleinere Touren als die 30er Tour 😉 Stöber einfach mal einfach weiter durch den Blog. Viele Grüße und ein schönes WE. Thomas

  3. Thorsten

    Moin und einen schönen Gruß aus dem Hohen Norden!

    Als aktiver Teilnehmer dieser Wanderung muss ich erneut sagen und hier kommentieren: Eine wirklich tolle Wanderung mit bestem Wetter!

    Zum Artikel natürlich auch nur eins: herrlich zu lesen, tolle Bilder eingefügt, die die Erinnerung sofort wieder wach werden lässt, an diesem tollen Tag.

    Wie gewohnt kurzweilig beschrieben (den ganzen langen Tag ), und somit unterhaltsam und spricht bestimmt den einen oder anderen Leser an und macht dadurch Lust es auch einmal anzugehen. Wie von Thomas beschrieben, ist für jeden etwas dabei (Vogelkunde, Technik, Wald, Geschichte, Kulinarik) und auch in kleinen Etappen und Abschnitte auf jeden Fall einen Ausflug wert.

    Was ich immer wieder gerne sehe, und dafür muss ich Thomas loben, ist die Aufbereitung des Artikels mit Tipps und Hintergrundinformationen, sowie die URL-links mit weitere. Hintergründen. Man ist bereits vor der Tour informiert, oder man informiert sich im Nachgang, und heckt weitere Touren aus.

    So macht es Thomas ja auch in seinem Buch „Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet“: Überlegen, Bewandern und Abgehen, kurzweilig Beschreiben, mit tollen Bildern versehen und dann mit URL-links und Tipps (für Anfahrt, Parkplatz, Museen, weiterführenden Informationen) abrunden, einfach klasse!

    Buch habe ich natürlich sofort gekauft und mein Ziel ist es, so viele Routen und Touren zu erleben. Habe ja meinen „personal guide“ und bin somit an der Quelle

    Nach erlebten und „überlebten“ Gedränge auf dem 829. Hafengeburtstag, liegt nun in den Sommermonaten bestimmt wieder eine Tour mit dem Ruhrpottblick an. Ich freue mich, auch wenn es immer 3 Std. Bahnfahrt bedeutet.

    Ein kurzer Dank noch an die Mitwanderer. Ich muss schon sagen, so viel Spaß, Hintergrund-Info‘s und spannende Gespräche hatte ich auf einer Wanderung schon lange nicht mehr. Man was habe ich gelacht und gestaunt! Ein wirklich herrlicher Tag, den ich lange in Erinnerung behalten werde.

    Kann man sicherlich auch an den vielen Fotos ein wenig erkennen, wie toll der Tag war. Voller Reize und bleibenden Eindrücken.

    Danke für den tollen Bericht und wie Freddy Quinn es sang: „ DER Junge kommt bald wieder, bald wieder nach Haus‘…“

    Thorsten

    1. Thomas Dörmann Autor des Beitrags

      Moin Thorsten und vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar 🙂 Es ist immer eine Freude in einer entspannten Runde auch anstrengende Touren zu gehen. Da freut man sich schon auf die nächste Tour 🙂 GLückauf und viele Grüße in den Norden! Thomas

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